50 Jahre - Judo in Oberfranken          Galerie

 

Judo mit Musik - Die Judoabteilung des ASV Naisa feiert ihr 25jähriges Bestehen

Der erste Abteilungsleiter Günther Jeschke wird zum Ehrenmitglied der Abteilung ernannt -
Abteilungsleiter Otto Heyder erhält die Ehrennadel des BJV in Silber

"Wir sind durchgestartet! Die Durststrecke ist beendet, es geht weiter mit Judo", stand vor 25 Jahren am 18.03.1988 im Mitteilungsblatt der Gemeinde Litzendorf zu lesen, als die aus dem Tritt geratene Ju- Jutsu-Abteilung in eine Judoabteilung umgewandelt wurde. Es war der Beginn einer schönen Erfolgsgeschichte und so war das Jubiläum ein willkommener Anlass, alle Gründungsmitglieder, viele Ehrengäste und alle aktiven und passiven Mitglieder der Abteilung zu einem bunten Abend in die Turnhalle der Schule Litzendorf einzuladen. Gut 150 Freunde des Judosports folgten der Einladung und erlebten ein paar kurzweilige und vergnügsame Stunden.

Abteilungsleiter Otto Heyder wies in der Begrüßung darauf hin, dass 25 Jahre zwar im Verhältnis zum Alter des Hauptvereins, der dieses Jahr sein 85jähriges Bestehen feierte, eine verhältnismäßig "kurze" Zeit ist. Aber es ist doch eine so lange Zeit, dass viele sich an die Anfänge des Judosports in Litzendorf nicht mehr erinnern könnten. Und es ist eine so lange Zeit, dass keinem Litzendorfer die Existenz der Judoabteilung verborgen geblieben sein konnte, sei es, dass er selbst Judo betrieben hat, sei es, dass er seine Kinder zum Judotraining gebracht hat oder sei es auch nur, dass er in der Zeitung oder im Mitteilungsblatt der Gemeinde von den Erfolgen der Judokas aus dem Ellerntal gelesen hat.

Einen sicherlich mehrstündigen Rückblick wollte man den Gästen aber ersparen und so entschloss sich die Abteilungsleitung, stattdessen lieber die Hallenwände mit den Zeitungsberichten aus 25 Jahren zu dekorieren, einen Jubiläumsbericht zu verteilen und statt langatmiger Reden den Judosport in seinen vielen Facetten und als einen Sport für alle Altersklassen und die unterschiedlichsten Persönlichkeiten vorzustellen. Bevor die Judokas des ASV allerdings unter Beweis stellen durften, welche Talente nicht nur als Judoka, sondern auch als Musiker und Tänzer in ihnen schlummern -den Anfang hatte bereits die "All-Stars-Combo" mit Sebastian Birk (Schlagzeug), Valentin Birk (Trompete), Julius Land  (Saxophon), Neele Kaufmann (Flöte) und Erik Postler (Posaune) gemacht- durfte der Abteilungsleiter zahlreiche Ehrengäste wie den 1. Bürgermeister der Gemeinde Litzendorf, Wolfgang Möhrlein, den Ehrenvorstand des ASV Naisa Ellerntal und Schirmherrn Günther Barthelmes sowie die Mitglieder des Vorstandsteams und des Ausschusses des ASV Naisa, Veronika Stark-Eichfelder, Petra Koschwitz, Dieter Koschwitz und Andreas Haas begrüßen. Ganz besonders freute er sich, dass auch viele Gründungsmitglieder und ehemalige Funktionäre und Trainer der Judoabteilung den Weg in die Halle gefunden hatten, allen voran der erste Abteilungsleiter der Judoabteilung Günther Jeschke, die Gründungsmitglieder Walter Spindler, Josef Lang und Reinhold Peters, den langjährigen Abteilungsleiter Helmut Übelacker und den früheren Trainer Armin Schmidtlein.

Dass sie nicht nur im Judo "spitze" ist, durfte als Erste Bente Fünfgelder zeigen, die der Abteilung erst vor drei Wochen mit dem Gewinn der Süddeutschen Einzelmeisterschaft der FU15 ein schönes Jubiläumsgeschenk bereitet hatte. Bente trug auswendig ein klassisches Klavierstück auf dem Keyboard vor und sorgte so mit den Klängen von Mozart für einen würdigen Rahmen der Festansprache des Schirmherrn Günther Barthelmes. Der gab einen kurzen, aber interessanten Rückblick auf die Anfänge der Judoabteilung, blickte jedoch auch kritisch in die Zukunft und mahnte launig einmal mehr in Richtung Politik die längst überfällige und dringend erforderliche Errichtung einer neuen Sporthalle in Litzendorf an. Für die Zukunft wünschte er der Abteilung unter Übergabe eines großzügigen Präsentes alles Gute.

Vor der ersten Judovorführung der Bambinogruppe gab es sodann den ersten Line-Dance der im wahrsten Sinne des Wortes kunterbunt zusammengewürfelten Tanzgruppe unter der Leitung von Trainerin Gitti Meiller-Körner -die Kinder hatten zum Jubiläum alle neue T-Shirts bekommen, deren Farbe sie jeweils selbst heraussuchen durften- die gemeinsam mit der an diesem Tag leider verhinderten Tanja Stix auch die Bambinogruppe der Abteilung trainiert. Abteilungsleiter Otto Heyder hob hervor, dass das Training der 6 -7 Jahre alten Kinder für einen Trainer wohl eine der größten Herausforderungen darstellt und deren Leistung auch mit Blick auf spätere Erfolge gar nicht hoch genug geschätzt werden kann. Davon, dass die Kinder, die überwiegend bereits den ersten (weiß-gelben) Gürtel abgelegt haben, in dem einen Jahr schöne Fortschritte gemacht haben, konnten sich die Gäste dann selbst eindrucksvoll überzeugen.

Bürgermeister Wolfgang Möhrlein überbrachte die guten Wünsche sowie ein Jubiläumsgeschenk der Gemeinde Litzendorf und hob hervor, das die Judoabteilung derzeit zweifellos mit Abstand die Abteilung mit den größten sportlichen Erfolgen in der Gemeinde sei. Er bedankte sich beim gesamten Team, wünschte weiterhin solche Erfolge und merkte augenzwinkernd an, dass der Bau einer neunen Halle eines Tages vielleicht wirklich unumgänglich werden könnte, um erfolgreiche Sportler in Litzendorf auch angemessen "empfangen" zu können.

Nach einem fetzigen Musikstück von Erik Postler (Posaune), der von Antonia Kestel auf der Geige und Julius Land auf dem Saxophon begleitet wurde, standen mehrere Judoeinlagen auf dem Programm.

Den Anfang machte die Schülergruppe von Trainer Rainer Hemmer, in der sowohl wettkampforientierte, als auch reine Freizeitjudokas versammelt sind. Sie demonstrierten kurz den Ablauf eines Trainings einschließlich Begrüßung, Fallschule und dem Üben und Automatisieren von Wurftechniken. Dass Judo für alle Generationen geeignet ist, demonstrierten danach die beiden Ü50-Judokas Karin Stiegelschmitt und Annemarie Kummer mit der dritten Gruppe der Nage-No-Kata, die sie für die Blaugurtprüfung im Sommer trainiert hatten. Und auch die Demonstration von Horst Geiger und Jürgen Land mit einer selbst entwickelten Abfolge von Würfen kombiniert mit Bodentechniken zu dem Song "Fighter" war trotz unterschiedlicher Größe und Graduierung der Beiden ein gutes Beispiel, dass man auch im Alter jenseits der vierzig noch tolles Judo zeigen kann. Als Abschluss wurde der Bereich Leistungssport vorgestellt und hier gaben Nikolas Walter und Max Heyder eine kurzweilige Kostprobe ihres Könnens mit vielen spektakulären Würfen und turnerischen Übungen bis hin zum Rückwärtssaldo.

Auf diese anspruchsvolle Judoeinlage folgte ein jazziges Musikstück von Bob Minzer. Es wurde vorgetragen von Julius Land auf dem Saxophon, bevor die Aikidogruppe des TvK Coburg um ihren Trainer Holker Bankert den anwesenden Judokas einen Blick über den Tellerrand ermöglichte und Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Sportarten deutlich werden ließ.

Ein weiterer Line-Dance der bunt gekleideten Kids leitete über zur einzigen Vereinsehrung des Abends. Man hatte sich bewusst entschieden, nicht die erfolgreichen Sportler oder Funktionäre der Abteilung in den Mittelpunkt zu stellen, sondern den Mann, ohne den es die Judoabteilung des ASV Naisa Ellerntal nicht gäbe und der ihr -obwohl selbst nicht mehr aktiv- bis heute die Treue gehalten hat: Den ersten Abteilungsleiter der Judoabteilung, Günther Jeschke. Der staunte nicht schlecht, als er hervorgerufen und zum Ehrenmitglied der Abteilung ernannt wurde. Und noch mehr, dass er als Erster die neue Fan- Kleidung der Abteilung, eine weiße Polarmütze mit Logo und einen Fan-Schal ausprobieren "durfte". Er meisterte die Aufgabe jedoch mit Bravour und brachte in seinen Dankesworten auch seine Freude darüber zum Ausdruck, mit ansehen zu dürfen, was aus seinem "Baby" im Laufe der Jahre geworden ist.

 Auf den Punkt traf in diesem Moment auch der Ehrenpräsident des BJV, Gerhard Fleißner, in der Halle ein, bei dem an diesem Tag ein Termin den anderen gejagt hatte, der aber gleichwohl ohne Umschweife das Mikrofon ergriff und die besten Wünsche des BJV und seines Präsidenten Gerd Egger überbrachte. Dass BJV-Präsident Gerd Egger am gleichen Tag im Rahmen der DJB-Mitgliederversammlung in Grainau mit dem 9. Dan geehrt wurde, war dann die erste hochaktuelle und erfreuliche Nachricht, die vom Publikum mit einem kräftigen Applaus beantwortet wurde. Es folgten die Verleihung der Ehrenurkunde in Bronze an den ASV Naisa Ellerntal und die Verleihung der Ehrennadel in Silber an Abteilungsleiter Otto Heyder durch den BJV-Ehrenpräsidenten Gerhard Fleißner.

Zum Abschluss des offiziellen Teils folgte ein Zumba-Tanz unter der Leitung von Gitti-Meiller-Körner bei dem die Kids mit Andreiia Sales, einer lizensierten Zumbatrainerin (Mama unseres Kaderathleten Alex Wurst) ein optimales Bewegungsvorbild hatten.

Der Abteilungsleiter zitierte abschießend noch einmal aus einem Inserat im Mitteilungsblatt der Gemeinde Litzendorf vom 18.03.1988: "Wir sind kein wüster Schlägerhaufen - unsere Sportart ist eine interessante Ausgleichsgymnastik. Interessierte können gerne an einem Probetraining teilnehmen". Er wies darauf hin, dass in der heutigen Zeit bei einem Judoverein wohl niemand mehr auf den Gedanken an einen "wüsten Schlägerhaufen" käme und erneuerte das Angebot aus dem Jahr 1988: "Interessierte können jederzeit gerne an einem Probetraining teilnehmen".

Nach einem Dank und kleinen Geschenken für alle Trainer und der Verteilung des Jubiläumsberichtes sowie der neuen "Fan-Ausstattung" an alle Judokas war die Zeit reif für das von Vereinswirt Panos  vorbereitete griechische Buffet und einem gemütlichen Abend in geselliger Runde.

Weitere Fotos

Jubiläumsbericht als Pdf (ca. 30MB)